Sächsischer Pflegerat

 
Stand / Druckdatum: 30.03.2020

Sächsischer Pflegerat

 

 

Umgang mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Nützliche Links und wichtige Verhaltensweisen

Aufgrund der aktuellen Krankheitswelle mit dem neuartigen Coronavirus möchte der Sächsische Pflegerat (SPR) an dieser Stelle die Links zu Informationsquellen sowie wichtige Verhaltensweisen aufführen.

Wichtige Maßnahmen zum Eigenschutz und zum Schutz anderer sind:
  • Niesen und husten in die Armbeuge oder in ein Taschentuch (dieses ist anschließend zu entsorgen)
  • Hände vom Gesicht fernhalten
  • Abstand halten zu Menschen mit Husten, Schnupfen oder Fieber (auf mit Blick auf die anhaltende Grippe- und Erkältungswelle)
  • Vermeiden von Berührungen (z.B. Händeschütteln und Umarmungen)
  • Regelmäßiges und ausreichend langes Händewaschen (mind. 20 Sekunden) mit Wasser und Seife
(vgl. www.infektionsschutz.de/fileadmin/infektionsschutz.de/Downloads/200309_BZgA_Atemwegsinfektion-Hygiene_schuetzt_3x_01_DE.pdf )

Zum Schutz von Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen, sowie pflegebedürftigen Angehörigen und Freunden in Pflegeeinrichtungen, sollten Sie vor jedem Besuch oben genannte Maßnahmen einhalten. Darüberhinaus sollten Sie sich, gerade bei eigenem Krankheitsgefühl, die Frage stellen, ob von einem Besuch abgesehen werden kann. 

Das pflegerische und ärztliche Personal, in und über die Grenzen der Krankenhäuser hinaus, arbeitet engagiert daran die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.



Infotelefon der Kassenarztlichen Vereinigung Sachsen für Auskünfte bei Verdachtsfällen
116117


Bürgertelefon des Sächsischen Gesundheitsministeriums zum Thema Coronavirus
0351/56455855



Die aktuellsten Daten und Fakten finden Sie auf der Seite des Robert-Koch-Institutes:
www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums finden sich tagesaktuelle Meldungen und Informationen:
www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Informationen spezifisch für den Freistaat Sachsen finden Sie auf der Webseite des Sozialministeriums:
www.sms.sachsen.de/coronavirus.html 

Häufig gestellte Fragen und Antworten zusammengestellt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Thema Coronavirus:
www.infektionsschutz.de/fileadmin/infektionsschutz.de/Downloads/Merkblatt-Infektionsschutz-Coronavirus.pdf


 
 
 
 

Umfassende Unterstützung für Pflegende

Forderung des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK)

"Auch in Deutschland nimmt die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Menschen sowie die Zahl derer, die daran schwer erkranken, rasant zu. Nach allem, was man bisher weiß, ist eine drastische Zuspitzung zu erwarten. Angesichts der in dieser Krise zu bewältigenden immensen Herausforderungen für die Versorgung Erkrankter sowie der Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), professionell Pflegende maximal und in jeglicher Hinsicht wirksam zu unterstützen.
„Wir befinden uns im Internationalen Jahr der Pflegenden. Keiner hat eine solche weltweite Krise erwarten können. Aber wenn es eines Beweises bedurft hätte, wie unverzichtbar gerade Pflegefachpersonen für die Versorgung und das Miteinander der Bevölkerung sind, dann sollte das spätestens jetzt jeder begriffen haben“, erklärt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

„Pflegende üben ihren Beruf auf der Grundlage des ICN-Ethikkodex aus und sind – ob im Krankenhaus, in der häuslichen Pflege, in stationären Pflegeeinrichtungen, der Einzelbetreuung oder in all den anderen Bereichen, in denen pflegerische Kompetenz so dringend gebraucht wird – dabei einem erhöhten Risiko ausgesetzt, sich anzustecken. Dessen sind sie sich bewusst, aber: ‚Die grundlegende professionelle Verantwortung der Pflegenden gilt dem pflegebedürftigen Menschen‘ (ICN-Ethikkodex). Von dieser Maxime geleitet nehmen die Pflegenden ihre Aufgaben wahr, die von Tag zu Tag größer werden. Pflegende können ihren Beruf nicht im Schutz eines ‚Home office‘ ausüben, sondern müssen an der Front dieser gefährlichen Krise handeln und entscheiden. Es gilt, allen Kolleginnen und Kollegen Danke zu sagen, die jetzt so besonnen, professionell und engagiert im Einsatz sind, und ihnen die bestmögliche Unterstützung in allen Bereichen zu geben.“

Als Berufsverband und Interessenvertretung erwarten und fordern wir, dass von den Verantwortlichen der Politik in Bund, Ländern und Kommunen, vor allem aber von den Arbeitgebern und Führungskräften der beruflich Pflegenden alles getan wird, um die Beschäftigten zu schützen, zu unterstützen und ihnen den Rücken freizuhalten. Das betrifft:

  • die ausreichende Versorgung mit der notwendigen und geeigneten persönlichen Schutzausrüstung sowie Desinfektionsmitteln,
  • Trainingsmaßnahmen für den Umgang mit Corona-Infizierten, solange dafür noch Zeit ist, um größtmögliche Sicherheit zu erreichen,
  • Sicherstellung von Ablösung, Pausen- und Ruhezeiten sowie genügend Erholungszeit zwischen den Schichten,
  • Unterstützung bei persönlichen Problemen, z.B. in der Betreuung von Kindern oder hilfebedürftigen Angehörigen, damit die Pflegefachpersonen ihrer Arbeit nachgehen können,
  • Angebote seitens der Arbeitgeber an Pflegende, um den Weg zur Arbeit ohne Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs zu gewährleisten,
  • Einsatzplanung der Pflegenden vor dem Hintergrund ihrer Kompetenzen sowie ihrer individuellen Risikoprofile (u.a. Ausbildungsstand, Lebensalter, Gesundheitsstatus…),
  • Sicherstellung von Praxisanleitung und –begleitung bei Auszubildenden,
  • Großzügigkeit bei Zulagen und Boni für Flexibilität und zusätzliche Einsätze zur Bewältigung der Krise.

Wir fordern die Pflegenden auf, ihre eigene Sicherheit zu beachten und vermeidbare Risiken zu umgehen – im beruflichen wie im persönlichen Bereich.

Dass das deutsche Gesundheitssystem an vielen Stellen auf eine solche Krise, wie wir sie jetzt erleben, nicht gut genug vorbereitet war und woran das liegt, zeigt sich immer deutlicher. Das Vorhandensein Tausender von Intensivbetten sagt z.B. nichts aus darüber, ob auch genügend Pflegepersonal vorgehalten wird, um Schwerstkranke sicher zu versorgen. Nicht das Equipment ist der Engpass! Vor diesem Hintergrund erwartet und fordert der DBfK, dass nach Ende der Pandemie alle Vorgänge und Erfahrungen kritisch beleuchtet und Strukturen, Prozesse, Verantwortlichkeiten, Curricula und die grundsätzliche Ausrichtung des Systems neu justiert werden. Corona ist ein Stresstest für das Gesundheitssystem – diesen gilt es im Krisenmodus zu bestehen und daraus zu lernen." (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK e.V., 2020)
 
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe ICN-Ethikkodex für Pflegende (Deutsche Übersetzung)
 
 
 

Statement der World Health Professions Alliance (WHPA)

Forderung an die Regierungen zum Kampf gegen das Coronavirus

Der Sächsische Pflegrat (SPR) unterstützt die Forderungen der World Health Professions Alliance (WHPA) an die Regierungen dieser Welt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitssysteme im Kapf gegen das Coronavirus (SARS-CoV-2) zu unterstützen.

"ICN-Geschäftsführer Howard Catton sagte: „Wir fordern die Regierungen auf, ihre Unterstützung zu maximieren für Pflegefachpersonen und andere Gesundheitsberufe, die vor Ort gegen das Coronavirus kämpfen. Diese Unterstützung ist sowohl in Bezug auf die Verfügbarkeit benötigter Schutzausrüstung als auch den psychischen Druck, unter dem sie stehen, ganz dringend erforderlich. Wir fordern die Hersteller von Schutzausrüstung außerdem auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, die Produktionskapazitäten hochzufahren, damit die Mitarbeiter/innen in der Gesundheitsversorgung besser geschützt sind. Von großer Bedeutung ist auch, dass die Regierungen bei ihrer strategischen Entscheidungsfindung auf höchster Ebene die Erfahrung und die Führungskompetenz von Pflegefachpersonen einbeziehen. Der Rat von professionell Pflegenden, basierend auf ihren Beobachtungen vor Ort, ist für die Eindämmung des Virus unverzichtbar, das haben wir bei früheren Epidemien erlebt.“" (vgl. World health professionals calling governments to prioritise support for healthcare workers in the front line against coronavirus, WHPA, 2020; Deutsche Übersetzung DBfK Nordwest)

Die WHPA ist ein Zusammenschluss der internationalen Verbände der Gesundheitsberufe und vertritt weltweit deren 31 Millionen Angehörige. Das International Council of Nurses (ICN) ist Mitglied der WHPA.


Link zum ganzen Statement (in Englisch):
www.whpa.org/news-resources/statements/world-health-professionals-calling-governments-prioritise-support

Link zur deutschen Übersetzung des DBfK Nordwest:
www.dbfk.de/media/docs/download/Internationales/WHPA-statement-Supporting-HPs-during-COVID-19_deutsch.pdf



 
International Council of Nurses World Health Professions Alliance (WHPA)
 
 
 

nurses for future - future for nurses

+++KUNDGEBUNG VERSCHOBEN+++ Großdemo am Samstag, den 7. März 2020, auf dem Opernplatz in Hannover

+++Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) wird am 7. März 2020 KEINE KUNDGEBUNG stattfinden. Sie wird bis auf weiteres verschoben. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Kampagne.+++

Der Sächsische Pflegerat unterstützt die Kampange "nurses for future - future for nurses".

"Obwohl seit Jahrzehnten bekannt ist, dass es schlecht um die berufliche Pflege steht, haben die Verantwortlichen nichts dazu beigetragen, den Pflegenotstand abzuwenden.

Wir Pflegefachpersonen erheben uns und lassen uns nicht mehr alles gefallen. Wir fordern die Rahmenbedingungen ein, die wir für die Erfüllung unserer Aufgaben brauchen.
Wir müssen (mit-)entscheiden, wir sind Pflegefachpersonen und wir sind stolz darauf. Bisher wurde vieles über unsere Köpfe hinweg beschlossen. Dabei sind wir Expertinnen und Experten im Gesundheits- und Sozialsystem und die Berufsgruppe mit den häufigsten Kontakten zu Patienten und Patientinnen.

Nichts kann so bleiben, wie es ist. Pflegefachpersonen haben neue Ideen entwickelt. Bisher hatten sie kein Stimmrecht. Das muss sich ändern..." (www.future-for-nurses.de)

Weitere Informationen zur Kampange, zu den Forderungen und zum Ablauf der Demonstration auf der verlinkten Homepage.

 
www.future-for-nurses.de Download (pdf 153.1 kB)
 
 
 

Generalistische Pflegeausbildung im Bundeskabinett beschlossen

Der Sächsische Pflegerat (SPR) begrüßt den heute vorgelegten Kabinettsentwurf zum Pflegeberufsgesetz ausdrücklich. Durch die Ausbildungsreform wird statt der bisherigen drei unterschiedlichen Pflegeausbildungen ein neuer, generalistisch ausgerichteter Pflegeberuf geschaffen. Die diese neue Ausrichtung gehen wir einen deutlichen Schritt in Richtung europäisches Ausbildungsniveau. Beruflich Pflegende sind mit zunehmend komplexen Versorgungssituationen konfrontiert. Dieser Herausforderung stellen wir uns gern. Sehr erfreulich ist, dass nun auch in Zukunft die Ausbildung an dieser Herausforderung ausgerichtet sein wird.
Pflege muss wieder ein konkurrenzfähiger Beruf werden, der eine lebenslange Perspektive mit guten Angeboten der beruflichen Weiterentwicklung bietet. Die bisher vielfach verfolgte Strategie, mit immer geringeren Zugangsvoraussetzungen und Ausbildungsvoraussetzungen den Beruf attraktiver zu gestalten, beruhte aus Sicht des SPR vor allem auf Arbeitgeberwünschen und deren Verwertungsinteressen.  Die nun eingeleitete Reform orientiert sich am Bedarf und den Herausforderungen des heutigen Pflegeberufes. Der SPR wird sich mit einem Fachtag am 25.02.2015 in der Ev. Hochschule Dresden in die Diskussion um die genaue Ausgestaltung des neuen Pflegeberufes einmischen um auf Landesebene die dort zu erarbeitende Verordnung im Sinne der Berufsangehörigen zu gestalten.

 
 
 
 

Deutscher Pflegerat: „Krankenhaus-Reform? So nicht!“

Aktuell zum Aktionstag hat der Deutsche Pflegerat unter dem Blickwinkel der Krankenhausfinanzierung eine Handlungsempfehlung für ausreichend Pflegefachpersonen im Krankenhaus herausgegeben.

„Die Krankenhausreform muss dafür sorgen, dass das Pflegepersonal durch zusätzliches Personal entlastet wird“, mahnte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, anlässlich des auf Initiative der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ausgerufenen Aktionstages "Krankenhaus-Reform? So nicht!".
„Die geplante Reform wird das Personal in den Kliniken nicht entlasten", sagte Westerfellhaus vorab in Berlin. „Wir beruflich Pflegende wehren uns. Was wir brauchen sind mehr Mittel für Pflegende und nicht zusätzliche Belastungen."

Bundesweit seien seitens der Krankenhausträger in den letzten Jahren rund 50.000 Vollzeitstellen im Pflegedienst abgebaut worden. „Der Personalabbau hat Auswirkungen auf die Qualität der Pflege und damit negative Auswirkungen auf die Patientensicherheit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege arbeiten an ihrem Limit“, machte Westerfellhaus weiter deutlich.

Zuversichtlich stimme der jetzt bekannt gewordene Vorschlag der Bundestagsfraktionen von SPD und CDU/CSU, sagte Westerfellhaus weiter. Demnach sollen die Krankenhäuser zusätzliche 500 Millionen Euro als Pflegezuschlag für Pflegepersonal erhalten. „Der Vorschlag greift mit der Nachweispflicht der Krankenhäuser für die Kosten des Pflegepersonals ein wesentliches Ziel des Deutschen Pflegerats auf“, betonte Westerfellhaus. „Ausdrücklich begrüßen wir auch, dass künftig der Personalabbau in Krankenhäusern bestraft werden soll.“

„Setzen Sie diesen Vorschlag für eine bessere Finanzierung der Personalkosten in den Krankenhäusern unverzüglich um“, forderte Westerfellhaus. „Er ist ein erster kleiner Schritt für mehr Pflegepersonal. Weitere größere Schritte sind nötig.“ Als Sofortmaßnahme für die Entlastung der professionellen Pflege und zur Sicherstellung der Patientensicherheit seien jährlich rund 2,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Finanzmitteln für die Krankenhäuser nötig. „Der Gesetzentwurf sowie der Vorschlag der Bundestagsfraktionen von SPD und CDU/CSU sind davon nach wie vor weit entfernt“, weist Westerfellhaus hin.
 
 
 
 

Zweite Pflegekammer Deutschlands kommt!

Nach Rheinland-Pfalz beschließt auch Schleswig-Holstein die Einrichtung einer Pflegekammer

Für die Einführung von Pflegekammern in Deutschland setzen sich professionell Pflegende, der Deutsche Pflegerat (DPR) und die Landespflegeräte in Deutschland bereits seit vielen Jahren ein. „Endlich werden Pflegende in Schleswig-Holstein ihren Beruf selbst organisieren und ihre Pflege eigenständig vertreten können“, so Frank Vilsmeier, Vorsitzender des Pflegerates Schleswig-Holstein.
Drei Jahre sind seit dem im Koalitionsvertrag der Regierungspar-teien festgelegten und mit Landtagsbeschluss vom 14.12.2012 auf den Weg gebrachten Versprechen zur Errichtung der Pflegekam-mer vergangen. Nach einer positiven repräsentativen Umfrage und einem umfangreichen Anhörungsverfahren beginnt die neue Zeitrechnung der Selbsbestimmung beruflich Pflegender. „Eine neue, kompetente Vertretung der Pflege in den Selbstverwaltungsgremien, der Politik und Gesellschaft geht zum Wohle der pflegerischen Versorgung an den Start“, ist einhellige Meinung des Pflegerates Schleswig-Holsteins.
Die Entwicklung in Schleswig-Holstein unterstützt die Bestrebungen zur Errichtung von Pflegekammern in anderen Bundesländern. In Sachsen ergab eine Befragung unter Berufsangehörigen bereits 2011 eine deutliche Mehrheit für die Einrichtung einer Pflegekammer. Wann Sachsen konkrete zur Einrichtung einer Pflegekammer geht ist derzeit nicht absehbar.
 
 
 
 

Jetzt aktiv werden: Manifest der Pflegeberufe

Unterstützen Sie beruflich Pflegende durch Ihre Unterschrift

Pflege geht jeden an. Vom Neugeborenen­zimmer bis zum Hospiz – in allen Phasen des Lebens gibt es Zeiten, in denen Menschen pflegerische Unterstützung brauchen. Und genauso vielfältig wie der pflegerische Versorgungs­bedarf sind die Arbeits­felder derjenigen, die Pflege als berufliche Dienst­leistung erbringen. Ihre Zahl ist groß – knapp 900.000 Frauen und Männer mit mindestens drei­jähriger pflegerischer Ausbildung sind derzeit im Pflegeb­eruf tätig, dazu viele Tausende mit Assistenz- und Helfer­qualifikation.

Professionell Pflegende gehen in die Häuser, um pflege­bedürftige Menschen in deren Wohnung zu unterstützen, sie sorgen auf Palliativ­stationen für ein schmerz- und angst­freies Lebens­ende in Würde, sie bringen umfangreiches Spezial- und Erfahrungs­wissen ein, damit Schwerst­kranke oder kleinste Früh­geborene auf Intensiv­stationen überleben können. Pflege­fach­personen müssen sich in ihrem beruflichen Alltag immer neuen Anforderungen stellen: sie behandeln, entscheiden, hören zu und beraten, gestalten den Alltag und koordinieren. In ihrem Beruf sind sie rund um die Uhr zentrale Ansprech­partner.

Das „Manifest der Pflegeberufe“ ist keine Petition – ganz im Gegenteil. Denn beruflich Pflegende sind keine Bittsteller, sondern qualifizierte, leistungsfähige und leistungsbereite Fachkräfte. Sie erbringen Tag für Tag eine unverzichtbare Dienstleistung für die Gesellschaft – die Bevölkerung weiß und schätzt das auch.

Pflegefachpersonen haben allen Grund, selbstbewusst aufzutreten und auf Augenhöhe Forderungen zu stellen in der Erwartung, dass man ihnen endlich angemessene Arbeitsbedingungen schafft. Arbeitgeber und Politiker tun gut daran, dies ernst zu nehmen.

Geben Sie dem „Manifest der Pflegeberufe“ Ihre Stimme! Unterzeichnen Sie das Manifest des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe.
 
Homepage des Manifests
 
 
 

Rheinland-Pfalz gründet erste Pflegekammer Deutschlands

Deutscher Pflegerat: „Erste Pflegekammer Deutschlands ist ein

Der rheinland-pfälzische Landtag hat die Novelle des Heilberufsgesetzes einstimmig
verabschiedet und damit die gesetzliche Grundlage zur Errichtung der ersten Pflegekammer in Deutschland zum 1. Januar 2015 geschaffen.

„Mit der Entscheidung des rheinland-pfälzischen Landtags kommt die erste Pflegekammer in Deutschland. Das ist ein großer Tag für die Pflege in Deutschland und zugleich ein wegweisender Schritt für alle professionell Pflegenden“, freut sich Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR). Der Weg dazu sei nicht leicht gewesen, blickt Westerfellhaus auf die letzten 18 Monate zurück. „Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und rufe zugleich alle Bundesländer dazu auf, dem Beispiel von Rheinland-Pfalz zu folgen.“ Gezeigt habe sich, dass gute und faire Informationen über die Aufgaben und Möglichkeiten einer Pflegekammer letztlich zum Erfolg geführt haben. Zuversichtlich zeigte sichWesterfellhaus, dass die bisherigen Skeptiker mittelfristig vom Erfolg einer Pflegekammer überzeugt werden können. „Die Pflegekammern werden entscheidende Hebel dafür sein, wenn es um die Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege und um mehr Wertschätzung für die professionell Pflegenden geht.“ „Die Entscheidung für die erste Pflegekammer als Leuchtturm der Pflege in Deutschland setzt kurz vo rWeihnachten einen Meilenstein für den Aufbruch Pflege. Wenn dieser aus der Berufsgruppe der Pflegenden heraus selbst kommt, dann wird er Erfolg haben“, zeigt sich der Präsident des Deutschen Pflegerats überzeugt.

Der Vorsitzende des Sächsischen Pflegerates, Michael Junge, spricht sich für eine zügige Wiederaufnahme der Gespräche zur Gründung einer Pflegekammer in Sachsen aus. "Sachsen müsse dem Beispiel Rheinland-Pfalz folgen um nicht den Anschluss im Bereich Pflege zu verlieren. Gerade im Angesicht der Herausforderung im Bereich Pflege in Sachsen ist die Gründung einer Pflegkammer unumgänglich. Gespräche mit dem Ministerium und Abgeordneten des Landtages sind dazu längst überfällig."
 
Pressemitteilung des Deutschen Pflegerates zur Gründung der ersten deutschen Pflegekammer (pdf 90.8 kB)
 
 
 

Gespräch mit Staatsministerin Clauß über Zukunft der Pflege

Auf Einladung von Frau Staatsministerin Christine Clauß fand am 16.06.2014 im Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz ein Gespräch zwischen Mitgliedern des Pflegerates und der Staatsministerin statt. Der Sächsische Pflegerat brachte die vier Schwerpunkte Zukunft der Pflegeausbildung, Veröffentlichung der Berufsordnung,  Einführung eines Fachkräftemonitorings,
Gründung einer Pflegekammer in Sachsen
in das Gespräch ein.

Wesentliche Ergebnisse sind, die Bereitschaft des Ministeriums weitere Gespräche zur Einführung grundständiger Studiengänge für Pflege an sächsischen Hochschulen zu moderieren.
Eine gemeinsame Veröffentlichung der sächsischen Berufsordnung für Pflegefachkräfte mit dem Pflegerat wird durch das Ministerium geprüft. 
Das Gespräch zur Einführung eines Fachkräftemonitorings wird Ende des Jahres nach Veröffentlichung der aktuellen Pflegestatistik fortgesetzt.
Beim Thema Pflegekammer konnte kein Konsens erzielt werden, die Einbeziehung weiterer Experten zu diesem Thema kann sich Staatsministerin Christine Clauß aber durchaus vorstellen.

Michael Junge wertet das Gespräch als Signal in die richtige Richtung. "Wir sind im Gespräch und konnten erste konkrete Schritte vereinbaren. Wir werden aber auch nicht locker lassen und weitere Gespräche zur Umsetzung nach der Landtagswahl einfordern."
 
 
 
 

Sächsischer Pflegerat lehnt Unterzeichnung der "Initiative Pro Pflege Sachsen" ab

Initiative für alle Pflegeberufe notwendig!

Der Sächsische Pflegerat (SPR) lehnt die Unterschrift unter das Papier „Pro Pflege Sachsen“ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz ab.

Der Sächsische Pflegerat hat sich aktiv in dessen Entwicklung eingebracht und zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung der beruflich Pflegenden gemacht. Diese finden sich leider in der Initiative nicht wieder. Das nun veröffentlichte Papier „Pro Pflege Sachsen“ schafft es nicht, die Situation der beruflich Pflegenden in Sachsen wesentlich zu verbessern. Er ist zu wenig konkret, bleibt weit hinter den Erwartungen zurück und hat die Chance verpasst, entscheidende Weichen für dringend benötigte Verbesserungen der Situation beruflich Pflegender zu stellen.

Der Sächsische Pflegerat reagiert mit Unverständnis darauf, dass die Initiative ausschließlich auf den Bereich der Altenpflege begrenzt ist. Die in der Initiative „Pro Pflege Sachsen“ beschriebenen Problemfelder betreffen nicht allein die Altenpflege.

Ohne eine spürbare Verbesserung der Situation beruflich Pflegender werden alle Bemühungen, die Situation pflegebedürftiger Personen zu verbessern, ins Leere führen.
 
Pressemeldung des Sächsischen Pflegerates zur Initiative Pro Pflege Sachsen (pdf 143.1 kB)
 
 
 

Hunderte Pflegende protestieren für bessere Arbeitsbedingungen

Aktionstag - Pflege braucht Rückenwind

Mehrere hundert Pflegende zogen am 12.Mai durch Dresdens Innernstadt um  bessere Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen zu fordern. Auf Transparenten und einer Kundgebung vor dem Sozialministerium machten Sie ihrem Unmut Luft.
Johannes Hermann, Initiator des Aktionstages, warb dafür bei der Landtagswahl in Sachsen genau hinzusehen welche Partei sich für die Belange von berufliche Pflegenden und pflegenden Angehörigen einsetzt. "Misstrauen Sie Allen die behaupten es gibt einfache Lösungen für die Probleme in der Pflege" so Hermann.
Die Initiatoren forderten neben der Schulgeldbefreiung, auch mehr Unterstützung für Pflegende Angehörige sowie eine bessere Personalausstattung in Krankenhäusern und Pflegeheimen sowie eine bessere Vergütung von Pflegenden.
 
 
 
 

Pflegerechtsexperte zur Sächsischen Berufsordnung

Berufsordnung stellt verbindliche Anforderungen

Pflegerechtsexperte Rolf Höfert – Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes (DPV) bewertet im Auftrag des Sächsischen Pflegerates die Verbindlichkeit der Sächsischen Berufsordnung für Pflegefachkräfte. Er hält die Regelungen für verbindlich für alle in Sachsen tätigen Pflegefachkräfte. Er sieht vorallem das Ministerium und weitere Behörden in der Verpflichtung die Regelungen zu überwachen. Desweiteren hält er jede Pflegefachkraft sowie Leitungskräfte für verpflichtet die getroffenen Regelungen umzusetzen.
 
Die Berufsordnung ist auch am 19. April Thema beim berufspolitischen Abend im Rahmen des Pflegekongresses im Dresdner Hygienemuseum. Der Präsident des Deutschen Pflegerates und der Vorsitzende des Sächsischen Pflegerates diskutieren mit Gesprächspartnern über die weiteren Schritte nach Inkrafttreten der Berufsordnung.
 
Homepage des Pflegekongresses Lesen Sie die gesamte Stellungnahme hier (doc 142 kB)
 
 
 

Berufsordnung liegt in gedruckter Form vor

Die Berufsordnung für Pflegefachkräfte in Sachsen liegt ab Mitte April in gedruckter Form vor. Der Sächsische Pflegerat realisierte die Herstellung um allen Pflegenden in Sachsen die für sie gültige Verordnung zur Berufsausübung zugänglich machen zu können. 
Die Berufsordnung wird erstmals auf dem Interdisziplinären Pflegekongress des Springer Verlages am 18. und 19. April im Dresdner Hygienemuseum am Stand des Sächsischen Pflegerates erhältlich sein. 
Zukünftig erhalten alle neuen Pflegefachkräfte in Sachsen die Berufsordnung mit Ihren Berufsurkunden durch den Kommunalen Sozialverband Sachsen zugeschickt. Ein Download ist hier ab sofort möglich. 


 
Berufsordnung zum Download (pdf 1.4 MB)
 
 
 

Umfrage zur Pflegekammer in Sachsen

70 % der Befragten Pflegekräfte für Verkammerung

Pflegekammern in Deutschland sind seit Jahren ein in ständiger Diskussion stehendes Thema. Über die Meinung der Pflegebasis zu diesen Bestrebungen liegen bundesweit bisher keine repräsentativen Daten vor.
Den Ausgangspunkt der landesweiten Befragung in Sachsen stellte ein indirekter Auftrag des Sächsischen Ministeriums für Soziales und Verbraucherschutz in Dresden an den Sächsischen Pflegerat (SPR) dar, vor Weiterführung der Gespräche zur Pflegekammer ein Meinungsbild der sächsischen Pflegekräfte zu erheben, um anschließend eine gemeinsame Grundlage für weitere Gespräche zu haben.
Die Querschnittstudie startete im November 2010 und endete im März 2011. Insgesamt wurden 13.085 Fragebögen an die betreffenden Pflegekräfte aus allen pflegerischen Settings ausgegeben. Die Summe der ausgefüllten, zurückgesendeten Fragebögen betrug 2.582, das entspricht einer Rücklaufquote von 19,73%. Bezogen auf alle Pflegekräfte in Sachsen (40.321) lag der Rücklauf somit bei einem Gesamtanteil von 6,36%. Damit ist die Basisbefragung zur Errichtung einer Pflegekammer in Sachsen die größte zusammenhängende Befragung von Pflegekräften zu dieser Thematik in Deutschland und ermöglicht repräsentative Aussagen.
Das Hauptziel dieser Untersuchung war die Einschätzung der Pflegebasis über die Notwendigkeit der Errichtung einer Pflegekammer in Sachsen. Die Pflegekräfte waren mit einer Mehrheit von über zwei Drittel (69,9%) der Meinung, dass eine Pflegekammer in Sachsen eingerichtet werden sollte.
 
lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung zur Umfrage (pdf 242.1 kB)Artikel der Zeitschrift kma zur Umfrage (pdf 204 kB)Kommentar von Michael Junge zur Notwendigkeit einer Verkammerung (pdf 115.5 kB)